Engelsaugen: Mürbeteigplätzchen mit Marmelade

Den Teig für Engelsaugen zu kneten, fühlt sich an wie ein kleiner Vorrat für gute Laune schaffen. Wenn man die kleinen, sonnengelben Kreise aussticht und dann das rote Herz der Marmelade in die ausgestochenen Mitte setzt, ahnt man schon, dass gleich etwas Feines entsteht. Diese Plätzchen sind mit ihrem Namen Programm: ein kleiner, heller Gruß, der Freude macht. Sie sind nicht nur visuell ansprechend, sondern auch geschmacklich eine Klasse für sich – die mürbe Konsistenz des Teigs spielt wunderbar mit der fruchtigen Süße der Marmelade. Was dieses Rezept besonders macht, ist die Einfachheit, mit der man ein solch beliebtes Gebäck zaubern kann. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du den perfekten mürben Teig hinbekommst, wie du die typischen „Augen“ formst und worauf du beim Backen achten musst, damit sie goldbraun und zart werden, statt trocken oder hart. Du lernst, wie man kleine Pannen vermeidet und bekommst Tipps, welche Marmeladen am besten funktionieren.

Engelsaugen

Engelsaugen: Sonnengelbe Glücksboten

Ein Hauch von Zitrone, die zarte Süße von Marmelade und die luftige Textur eines Mürbeteigplätzchens – das sind Engelsaugen, oft auch als Linzer Augen bekannt. Diese kleinen Köstlichkeiten sind ein Klassiker auf jedem Weihnachtsteller, aber eigentlich das ganze Jahr über eine Freude. Die rote Marmeladenfüllung, die wie ein strahlendes Auge in der Mitte des Plätzchens hervorblitzt, hat ihnen ihren charmanten Namen gegeben. Sie sind erstaunlich einfach zu machen, und das Ergebnis ist immer ein kleiner Sonnenschein auf dem Teller.

Die Zutatenliste – Was du brauchst und warum

Für den Teig benötigen wir ein paar einfache Dinge, die du wahrscheinlich schon zu Hause hast:

  • 250g Weizenmehl (Type 405): Das ist dein Grundgerüst. Es gibt dem Teig Struktur, ohne ihn zu hart werden zu lassen. Wenn du einen etwas nussigeren Geschmack magst, kannst du einen Teil des Weizenmehls durch feines Dinkelmehl (Type 630) ersetzen, vielleicht 50g.
  • 125g kalte Butter: Kalte Butter ist entscheidend für einen mürben Teig. Sie zerteilt sich in kleine Flöckchen und sorgt dafür, dass die Plätzchen beim Backen schön zart werden und nicht zäh. Schneide sie wirklich in kleine Würfel, das hilft beim schnellen Einarbeiten.
  • 75g Puderzucker: Puderzucker löst sich besser auf als Kristallzucker und sorgt für eine feinere Textur des Teiges. Wenn du keinen Puderzucker hast, kannst du auch feinen Kristallzucker nehmen, aber vermahle ihn vorher kurz in einer Mühle oder im Mixer.
  • 1 Ei (Größe M): Das Ei bindet den Teig und gibt ihm etwas Stabilität. Ein ganzes Ei ist gut, aber manchmal reicht auch nur das Eigelb, wenn der Teig schon gut zusammenhält. Ein Eigelb macht den Teig oft noch mürber.
  • Abrieb einer halben unbehandelten Zitrone: Das ist der heimliche Star für den frischen Geschmack. Nimm unbedingt eine unbehandelte Zitrone, da wir die Schale verwenden. Der Abrieb gibt den Plätzchen eine wunderbare, leicht herbe Frische, die gut zur Süße passt.
  • 1 Prise Salz: Salz hebt die anderen Aromen hervor und gleicht die Süße aus. Eine kleine Prise reicht.

Für die Füllung:

  • Ca. 100-150g rote Marmelade: Johannisbeergelee, Himbeermarmelade oder Hagebuttenmark eignen sich hervorragend. Wichtig ist, dass die Marmelade nicht zu flüssig ist, sonst läuft sie beim Backen aus. Eine feste Konsistenz ist ideal. Wenn deine Marmelade doch etwas weich ist, kannst du sie kurz erwärmen und einen Teelöffel Speisestärke einrühren, um sie zu binden.
  • Puderzucker zum Bestäuben: Das ist der letzte Schliff, der den Engelsaugen ihr zartes, fast verschneites Aussehen gibt.

Die Zubereitung – Schritt für Schritt zum Glück

Das Machen von Engelsaugen ist wirklich keine Hexerei:

  1. Teig vorbereiten: Gib das Mehl, den Puderzucker und die Prise Salz in eine Schüssel. Vermische alles kurz. Gib die kalte Butter in kleinen Würfeln dazu. Nun hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du verknetest alles schnell mit den Händen, bis es wie grobe Streusel aussieht, oder du verwendest eine Küchenmaschine mit Knethaken. Wichtig ist, dass du nicht zu lange knetest, sonst wird der Teig durch die Wärme der Hände zu weich und die Butter schmilzt.
  2. Ei und Zitrone hinzufügen: Gib das Ei und den Zitronenabrieb zu den Streuseln. Knete alles zügig zu einem glatten Teig. Sobald sich der Teig zu einer Kugel formen lässt, ist er fertig. Auch hier gilt: Nicht zu lange kneten.
  3. Teig kühlen: Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lege ihn für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Die Kühlzeit ist wichtig, damit die Butter wieder fest wird und sich der Teig gut ausrollen lässt. Wenn der Teig zu warm ist, klebt er und lässt sich schwer verarbeiten.
  4. Teig ausrollen und ausstechen: Hole den Teig aus dem Kühlschrank. Teile ihn in zwei Hälften. Lege ein Stück Frischhaltefolie auf deine Arbeitsfläche, lege den Teig darauf und lege noch ein Stück Folie obendrauf. So klebt der Teig nicht am Nudelholz. Rolle den Teig etwa 3-4 mm dick aus. Du brauchst zwei Arten von Ausstechern: einen runden Ausstecher mit ca. 3-4 cm Durchmesser für die Unterseiten und einen kleineren Ausstecher (ca. 1,5-2 cm) für die Deckel. Wenn du keine kleinen runden Ausstecher hast, tut es auch ein kleines Schnapsglas oder ein Flaschenverschluss. Stich aus der Hälfte des Teiges die Unterseiten aus, und aus der anderen Hälfte stichst du die Deckel aus, bei denen du dann mit dem kleineren Ausstecher das Loch in der Mitte ausstichst.
  5. Plätzchen backen: Lege die ausgestochenen Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Heize deinen Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vor. Backe die Unterseiten und die Deckel für etwa 8-10 Minuten. Sie sollen nur ganz leicht am Rand Farbe bekommen, hell bleiben ist hier die Devise. Achte genau auf die Zeit, sie verbrennen schnell.
  6. Zusammenfügen: Lasse die gebackenen Plätzchen komplett auf dem Blech abkühlen. Das ist wichtig, sonst zerbrechen sie. Nimm dann die Unterseiten (die ohne Loch) und bestreiche sie dünn mit der Marmelade. Setze vorsichtig die Deckel mit dem Loch darauf.
  7. Fertigstellen: Bestäube die fertigen Engelsaugen mit Puderzucker. Am besten machst du das, wenn die Marmelade schon etwas angetrocknet ist, damit der Puderzucker gut haftet. Ein feines Sieb hilft dabei, eine gleichmäßige Schicht zu erzielen.

Präsentation – So sehen sie am besten aus

Engelsaugen sind von Natur aus hübsch anzusehen. Die leuchtend rote Marmelade, die durch das Loch blitzt, ist schon ein Hingucker. Zum Bestäuben mit Puderzucker empfehle ich, dies erst kurz vor dem Servieren zu tun, damit der Puderzucker nicht von der Feuchtigkeit der Marmelade klumpt. Ein kleiner Trick: Wenn du die Plätzchen in einer Keksdose aufbewahrst, lege zwischen die Schichten etwas Küchenpapier. Das verhindert, dass die Plätzchen durch die Marmelade aufweichen.

Serviere sie auf einer einfachen Tortenplatte oder einem schönen Kuchenteller. Sie passen wunderbar zu einer Tasse Kaffee oder Tee. Wenn du sie als Teil eines größeren Plätzchen-Sortiments anbietest, setzen sie mit ihrer leuchtenden Farbe und der zarten Form einen tollen Akzent.

Engelsaugen

Engelsaugen sind mehr als nur ein Plätzchen; sie sind kleine Glücksbringer, die das ganze Jahr über eine Freude sind, besonders aber zur Weihnachtszeit für den Plätzchenteller gehören. Die Kombination aus zartem Mürbeteig und fruchtiger Marmeladenfüllung ist einfach unschlagbar. Dieses Rezept ist nicht nur leicht nachzubacken, sondern bietet auch Raum für eigene Ideen. Probiere doch mal verschiedene Marmeladensorten aus – Johannisbeere für eine leichte Säure oder Hagebutte für einen intensiveren Fruchtgeschmack. Du kannst die Plätzchen auch vor dem Backen mit etwas Puderzucker bestreuen oder die ausgestochenen Deckel vor dem Auflegen mit einer Gabel leicht eindrücken, um eine andere Optik zu erzielen. Hast du sie schon gebacken? Teile deine Kreationen und Erfahrungen gerne in den Kommentaren. Lass diese kleinen Sonnenscheine auf deinem Teller erstrahlen!


Engelsaugen Plätzchen

Engelsaugen Plätzchen

Zarte Butterplätzchen mit fruchtiger Marmeladenfüllung, perfekt für die Weihnachtszeit.

Vorbereitungszeit
20 Minuten

Kochzeit
10 Minuten

Gesamtzeit
30 Minuten

Portionen
ca. 40 Stück

Zutaten

  • 250 g Butter, zimmerwarm
  • 4 Eigelbe
  • 130 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 360 g Mehl (Type 405)
  • Rote Marmelade (ohne Stückchen)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Wichtige Informationen

Nährwerte (Pro Portion)

Es ist wichtig, diese Informationen als ungefähr zu betrachten und nicht als definitive Gesundheitsberatung zu verwenden.

Allergie-Informationen

Bitte überprüfen Sie die Zutaten auf mögliche Allergene und konsultieren Sie bei Zweifeln einen Gesundheitsfachmann.

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